Erneut dürfen wir auf ein sehr lebendiges und vor allem unfallfreies Vereinsjahr zurückblicken. 2024 begann – gäng wie gäng – mit dem Fertigstellen, Einpacken und Versenden des Dorfspatzes, inklusive Einladung für die Hauptversammlung und Mitgliederrechnung. Sie als Leserinnen und Leser oder auch als Vereinsmitglied wissen das nicht, aber bei diesem Prozess sind viele Heinzelmännchen (und auch Heinzelfrauen!) am Werk. Die Freude ist dann jeweils gross, wenn wir den Dorfspatz – einer Brieftaube gleich – fliegen lassen dürfen und uns wieder dem zuwenden können, das uns interessiert, nämlich der Vogelbeobachtung.
So fuhren wir Ende Februar, zusammen mit weiteren Sektionen, mit dem Car nach Unterlunkhofen an den Flachsee. Dieser ist eigentlich ein bis 300 m breiter Abschnitt des Staubereichs des Wasserkraftwerks Bremgarten-Zufikon. Er entstand 1975 im Zuge des Ameliorationsprojekts «Reusstalsanierung» und ist heute aufgrund seiner geringen Tiefe ein beliebtes Wasser- und Zugvogelreservat. Tatsächlich entdeckten wir rund 46 verschiedene Arten – für uns «Vögeler» ein toller Erfolg. Herzlichen Dank für die fachkundige Begleitung von Peter Andres und Adrian Gaberell vom Vogelschutz Aarwangen.
Im März luden wir zweimal zum Bau von Nisthilfen ein. Herzlichen Dank unseren Handwerkern, jetzt sind unsere Lagerbestände wieder etwas aufgestockt. Ein grosses Merci auch jenen, die das benötigte Material organisierten und vorbereiteten.
Ebenfalls im März fand unsere Hauptversammlung mit rund 30 Teilnehmenden statt. Nachdem die ordentlichen Geschäfte abgehandelt worden sind, überreichten wir unserem Aktivmitglied und talentierten Fotografen Nick Berchtold die goldene Kamera. Danke, dass Du immer wieder grosszügig Deine tollen Bilder mit uns teilst!
Ausser Programm luden Res Morf und Nick im April zu einer «Vogelstimmen-Exkursion» mit Fokus auf den Waldkauz. Dank unserer WhatsApp Gruppe und der stets aktuell gehaltenen Homepage, sind solche spontanen Aktionen überhaupt möglich. Die Teilnehmenden kamen auf alle Fälle ausgiebig in den Genuss des Gesangs eines Waldkauzes, aber nicht nur… Details werden an der Hauptversammlung 2025 verraten.
Anfangs Mai hiess es dann einmal mehr früh aufstehen für die beliebte Sängeli-Exkursion der Langenthaler unter der kundigen Leitung von deren Präsident Ueli Marti. Treffpunkt ist jeweils um 5 Uhr, aber der wunderbare Gesang der erwachenden Vogelwelt entschädigt fürstlich für den lästigen Weckruf zu beinahe nächtlicher Stunde.
Auch die Exkursion an die Alte Aare, ein Auengebiet von nationaler Bedeutung, war ein gemeinsamer Anlass mit unseren befreundeten
Sektionen, organisiert vom Vogelschutz Aarwangen. Wieder durften wir auf die interessanten Ausführungen von Peter Andres und Adrian Gaberell zählen und erneut wurden 46 verschiedene Vogelarten bestimmt. Gerne hätten wir auch den Pirol gesehen, der uns mit seinem Gesang immer wieder in Erinnerung rief «ich lebe ebenfalls hier». Offenbar hatte er aber keine Lust, sich den über 30 Paparazzi zu zeigen.
Einer Radiowanderung gleich spazierten im Juni über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Karpfenteich zu Karpfenteich. Organisiert wurde dieser Anlass vom Verein Lebendiges Rottal und tatsächlich lebendig ging es dort zu und her. Die besuchten Weiher wurden in den vergangenen Jahren naturnah aufgewertet und sind nun mit ihren Schilfgürteln und der üppigen Ufervegetation wertvoller Lebensraum für zahlreiche Amphibien und Reptilien. Sensibilisierte Landwirte haben im Rahmen der Vernetzungsprojekte Buntbrachen, Blumenwiesen oder Hecken für gefährdete Arten des Kulturlandes geschaffen – eine stimmige und ansprechende Landschaft entstand.
Über das ebenfalls im Juni angesetzte, eher nasse Tandem-Bräteln kann im Rückblick der Jugendgruppe nachgelesen werden. Es war auf alle Fälle trotz Wetterpech ein sehr fröhlicher und gelungener Anlass.
Beim jährlichen Zugvogeltag «EuroBirdwatch» lädt BirdLife in der Schweiz und in vielen Ländern Europas und Zentralasiens zur Zugvogelbeobachtung, einem eindrücklichen Naturschauspiel, ein. In der alten Kiesgrube Schwarzhäusern wurden am 6. Oktober rund 666 Vögel, verteilt auf 41 Arten, gezählt. Am häufigsten wurde der Buchfink (140) gesichtet, gefolgt von der Rauchschwalbe (103) und dem Kormoran (84).
Kein meteorologisches Risiko gingen wir bei unserem gemütlichen Abschlussabend im Gasthof Kreuz ein, wo wir ein feines Abendessen genossen und unter anderem über den anstehenden Besuch im Naturhistorischen Museum Bern (siehe Bericht) plauderten.
Dieses Jahr kam unser bewährtes Deko-Team Doris und Helene Greub für ein Adventsfenster in Bleienbach zum Einsatz. Herzlichen Dank, die Krippe-Darstellung mit Bambi, Dompfaffen, Eisvögeln und dem kleinen Zaunkönig war sehr liebevoll gestaltet.
Ein herzliches Dankeschön all’ jenen, die mitdenken, mitlenken und mitarbeiten, die Verständnis und Interesse für unsere Anliegen und Projekte zeigen, die uns finanziell oder auf andere Weise unterstützen. Merci.
Betty Ott-Lamatsch, Präsidentin
Jugendgruppe
Ausflug Stiftung Wildstation Landshut in Utzenstorf – Samstag, 4. Mai 2024
Leider hatte ich mal wieder ein Händchen fürs Datum! Gleichentags startete die Jugi Lotzwil am Kids-Cup in Wangen a. Aare, was auf deren Homepage nicht ersichtlich war. Trotzdem fuhren wir schlussendlich nach dem Mittag mit sieben Erwachsenen und neun Kindern nach Utzenstorf. Dort angekommen, wurden wir von Manuela Hürzeler in Empfang genommen. Sie erzählte uns vom Alltag in der Stiftung. Wir lernten Nebi kennen, eine Nebelkrähe, welche leider in der Zwischenzeit verstorben ist. Wir besuchten die Fledermausabteilung, sahen die Greifvogelvolieren, konnten einen Specht beobachten und durften in die Nestlingsabteilung reinschauen. Dabei hüpfte ein kleines Eichhörnchen um uns herum, welches ausgewildert wurde. Gezeigten wurden nun auch noch zwei Igel, einer wie er angeliefert wurde und einer, der bald wieder in die Freiheit entlassen werden konnte. Zum Schluss zeigte uns Frau Hürzeler noch ein junges Mauswiesel. Es war ein sehr interessanter Nachmittag! Eine Führung in der Stiftung Wildstation Landshut kann ich für jegliche Gruppenausflüge wärmstens empfehlen. Auf der Heimfahrt sind wir noch etwas trinken gegangen.
Tandem-Bräteln – Samstag, 22. Juni 2024
Bei diesem Anlass spielte das Wetter nicht so recht mit. Trotzdem wollte ich nicht absagen. So trafen sich 10 Kinder und sieben Erwachsene gut gelaunt im Beeriwäldli. Wir beschlossen, ein Waldmandala zu kreieren. Kaum ausgesprochen, wurde gesammelt, besprochen und gemeinsam gelegt. Das Ergebnis kann man nur als wunderschön bezeichnen! Nach etwas über einer Stunde
hörte es auf zu regnen und ich konnte anfeuern. Langsam, aber sicher kam wohl bei allen der kleine Hunger auf. Die mit Frischkäse gefüllten Champignons garten in einer Aluschale vor sich hin, während wir uns den Cervelats und Steckenbroten widmeten. Mmmmmhhhhhhh, war das fein!!! Ich glaube ein Teil der Kinder mussten zu Hause zuerst durch die Waschstrasse, sahen sie doch zum Teil von Kopf bis Fuss ziemlich schlammig aus. Danke das ihr dabei wart!
Schwalben zählen – Montag, 22. Juli 2024 und 29. Juli 2024
Drei Erwachsene, und sechs Kinder trafen sich in Bleienbach zur ersten Runde Schwalben zählen. Beim zweiten Mal halfen drei Erwachsene und drei Kinder bei dieser wichtigen Arbeit mit.
Schlafen unter freiem Himmel – Samstag, 3. August 2024
Wir trafen uns um 20.00 Uhr bei der Hornusserhütte Lotzwil. Auf dem Plastik, den ich gegen die Bodenfeuchtigkeit ausbreitete, «nisteten» sich nur sechs Personen ein, der Rest wollte im Kreis beieinander liegen. Wir, also 11 Kinder, meine Schwester Helene, ich und meine drei Hunde, machten noch einen kurzen Abendspaziergang und legten uns dann unter den wunderschönen Sternenhimmel. Um halb drei hörte ich die letzten Stimmen…Um ca. 6 Uhr waren die Frühschläfer wach und so stand auch ich auf. Lea brachte uns das Frühstück, vielen, vielen lieben Dank nochmals! Danke an die Kinder, die dabei waren, an die Eltern, welche uns die Kinder anvertrauten und natürlich auch an meine Schwester Helene für die Unterstützung! Ich spürte jeden Knochen und war noch zwei Tage richtig müde… Aber schön wars! Merci no mau!
Pflegeeinsatz im Sängeli – Samstag, 12. Oktober 2024
Eigentlich wollte ich die freiwillige Naturschutzgebietspflege Unteremmental & Oberaargau tatkräftig mit der Jugendgruppe unterstützen. Diesmal hatte nicht ich das Datum gewählt und so fand gleichzeitig der Obst- und Mosttag in Lotzwil statt. Schlussendlich waren drei Knaben, ein Mädchen und ich bei der Begrüssung beim Sängeli dabei. Unsere Arbeit war einfach: gemähte Rohrkolben sammeln und in den Hecken zu Haufen aufstapeln. Einfach ja, aber anstrengend! Das Znüni hat sich auf jeden Fall jedes der Kinder verdient. Mit neuen Kräften ging es dann an die zweite Runde und am Mittag, sah das ganze doch schon recht aufgeräumt aus. Nochmals vielen Dank, durften wir mithelfen und Merci den Kindern fürs Mitmachen! Ich brachte nicht einmal den ganzen Schmutz aus meiner Kleidung und zwei Tage später spürte ich Muskeln, welche ich gar noch nicht kannte. Bis nächstes Jahr!
Nistkastenputzen Bleienbach – Samstag, 11. November 2024
Gemeinsam mit den Erwachsenen bin ich mit sechs Kindern mit auf die Nistkastenputzete… Es war wie immer spannend und lehrreich. Ein sinnvoller Einsatz, der Freude macht.
Doris Greub, Vizepräsidentin und Jugendgruppenleiterin
Weitere Berichte vom letzten Jahr sind auch im Dorfspatz 2025 (unsere Vereinszeitung) zu finden.