, Nick Berchtold

Vogelraupfi Bannwil

50 Vogelarten entlang der Aare

Exkursion Vogelraupfi am 24. Januar 2026


Die ursprünglich am Inkwilersee geplante Winterexkursion musste aufgrund der anhaltend kalten Temperaturen und dem dadurch seit mehreren Wochen gefrorenen See verschoben werden. Als Alternative bot sich das Gebiet rund um die Vogelraupfi in Bannwil an. Wir liefen den “Aare-Chehr”, eine Runde zwischen der Brücke beim Kraftwerk Bannwil und der Berkenbrücke.

Als die 11 Teilnehmenden sich um 8:00 Uhr auf dem Parkplatz nahe des Önz-Einflusses besammelten, herrschten zum Birden eher schlechte Bedingungen. Der Nebel war dick und es ging ein leichter Wind. Kleiner Trost: mit knappen Plusgraden war heute zumindest der wärmste Tag der Woche. Bereits auf dem Parkplatz konnten wir ein paar vorbeifliegende Arten feststellen, so z. B. einen Trupp Kormorane, einen Silberreiher und eine rufende Wasseramsel. Nun aber ab an die Aare und siehe da, die Sicht hätte schlimmer sein können, denn wir sahen zumindest bis zur Insel einigermassen klar!

Ein erster Blick verriet die Präsenz von sechs Graugänsen, direkt daneben ein paar Blässhühner, Stockenten und einzelne Teichhühner. Ein erstes kleines Highlight war der Überflug einer männlichen Schellente, die mit ihrem typischen, schellenden Fluggeräusch auf sich aufmerksam machte. Etwas die Aare abwärts, liess sich, im Nebel kaum klar bestimmbar, ein grösserer Trupp Enten beobachten. Etwas näher bei uns konnten vor der Insel einzelne Schnatterenten und in weiter Ferne ein paar Löffelenten entdeckt werden.
Ein paar Meter weiter, beobachteten wir eine Hecke auf einer Pferdekoppel. Normalerweise herrscht hier reges Treiben. Finken, Drosseln und eine bunte Auswahl an kleineren Singvögeln sind darin zu finden, doch heute nix. Nicht einmal eine Amsel gab uns die Ehre. Aber mal ehrlich, wer will es den Vögeln bei diesem Wetter auch übel nehmen, viele von uns hätten da wohl auch ausgeschlafen.
Unbeirrt zogen wir weiter und mussten uns etwas später erneut vom eher zunehmenden Nebel geschlagen geben. Die grosse Enten-Gruppe war nun trotz kürzerer Distanz noch schlechter zu sehen. Trotzdem liessen sich einzelne Tafelenten ausmachen. Auch ohne Sicht, konnten wir lautstark die Präsenz einer neuen Art verzeichnen. Zum gewohnten Schnattern der Graugänse, gesellte sich ein heiseres Zischen vorbeifliegender Nilgänse. Auf dem Weg zum Kraftwerk konnten wir Blau-, Kohl-, Sumpf- und Schwanzmeisen hören und auch zwei Buntspechte liessen sich schön betrachten.
Dort angekommen konnten wir ennet der Brücke noch eine Wasseramsel und ein Reiherenten-Männchen entdecken. Nach einem kurzen Abstecher zur neu errichteten “Fischtreppe” betraten wir bereits den Auenwald. Obwohl sich die hier oft gut zu beobachtende Wasserralle heute ein anderes Versteck gesucht hatte, konnten wir mit Eichelhäher, Wintergoldhähnchen, Rotmilan und Mäusebussard weitere Arten notieren.
Nun endlich hatte sich der Nebel auch etwas gelichtet und wir konnten im Anschluss vom Nordufer der Aare nochmals einen Blick auf die Wasservögel rund um die Insel und auf ihr werfen. Während sich unter den vielen Schnatterenten noch eine Kolbenente versteckte, bemerkten aufmerksame Ohren den Ruf einer Rohrammer, welche unweit von uns aufflog.
Während einige Infos zum Gebiet und dessen Brutvögel folgten, erklang ein scharfes “zjii” und ein Eisvogel, der Vogel des Jahres 2026, machte im Nebenarm der Aare auf sich aufmerksam. Leider entschied er sich, weiter zu fliegen, bevor wir ihn in Ruhe betrachten konnten. Etwas später konnten wir als kleine Entschädigung dafür noch zwei natürliche Bruthöhlen des Eisvogels bestaunen. Die beiden Weiher, welche auf dem Weg folgten, waren leider grösstenteils zugefroren, sprich auch dort kein Eisvogel zu sehen. Stattdessen überflog uns lautstark ein Kolkrabe und auch ein Trupp Kernbeisser flog in den Baumkronen herum.
Auf dem Rückweg stand noch die künstliche Eisvogel-Brutwand auf der Insel im Fokus. Retour beim Önz-Einfluss warfen wir einen erneuten Blick über die leider unveränderte  Wasservogelvielfalt und beendeten die Exkursion am Ausgangsort.

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden für euer Interesse an der Natur und ich freue mich bereits jetzt, euch bei der nächsten Gelegenheit wieder begrüssen zu dürfen!

 

Artenliste der Exkursion

× Amsel
× Blässhuhn 
× Blaumeise 
× Buchfink 
× Buntspecht 
× Eichelhäher 
× Eisvogel 
× Erlenzeisig 
× Gänsesäger 
× Gartenbaumläufer 
× Gebirgsstelze 
× Goldammer 
× Graugans 
× Graureiher 
× Grünfink 
× Grünspecht 
× Haubentaucher 
× Hausgans
× Höckerschwan 
× Kernbeisser 
× Kleiber 
× Kohlmeise 
× Kolbenente 
× Kolkrabe 
× Kormoran 
× Krickente 
× Lachmöwe 
× Löffelente 
× Mäusebussard 
× Mittelmeermöwe 
× Nilgans 
× Rabenkrähe 
× Reiherente 
× Rohrammer 
× Rotkehlchen 
× Rotmilan 
× Schellente 
× Schnatterente 
× Schwanzmeise 
× Schwarzspecht 
× Silberreiher 
× Stockente 
× Sumpfmeise 
× Tafelente 
× Tannenmeise 
× Teichhuhn 
× Wasseramsel 
× Wintergoldhähnchen 
× Zaunkönig 
× Zwergtaucher 

Total 50 Arten