Abendliche Vogelstimmen
Exkursion “Abendliche Vogelstimmen”
Bereits auf dem Weg zum Sängeliweiher begrüssten uns erste Vogelstimmen. Zwei Grünspechte boten sich ein regelrechtes Stelldichein und auch häufigere Arten wie Amsel und Buchfink waren eifrig am Singen. Die in den letzten Jahren zunehmende Graugans-Population machte nicht nur mit ihren unverkennbaren Rufen auf sich aufmerksam, gar eine kleine Flugshow wurde uns präsentiert.
Am Weiher angekommen, bemerkten aufmerksame Augen einen ersten Rückkehrer. Eine Rauchschwalbe jagte über dem Weiher und auch die ausdauernd singenden Mönchsgrasmücken widerlegten jegliche Zweifel am Frühlingsbeginn. Nach einigen Informationen zur Situation vor Ort und dem Vorschlag von zwei Routen entschieden wir uns als Gruppe für die zeitlich etwas entspanntere Version mit nur einer Eulenart. Nachdem wir einen kurzen Blick in die nahe gelegene Hecke geworfen hatten - für spannende Beobachtungen jahreszeitlich noch etwas zu früh - schweifte unser Blick wieder zurück Richtung Wasser. Kurz vom Fokus abweichen mussten wir, als im Wasser eine Barrenringelnatter und etwas später im Feld ein Rehbock zu beobachten waren. Natürlich war die Begeisterung über diese Sichtungen ebenso gross wie jene über unsere gefiederten Freunde, setzen wir uns doch für die Natur im Allgemeinen ein. Bloss, da war doch noch diese Beobachtung vom Vortag - das Blaukehlchen. Diese wunderschöne Art flog aus einem Bachlauf nur gut einen Meter neben dem Fussweg auf und landete im entfernten Buschwerk, wo sie sich kurz beobachten und bestimmen liess. Doch es kam, wie es musste: Allen Bemühungen zum Trotz konnten wir es leider nicht mehr entdecken. Zwischenzeitlich abgelenkt wurden wir von drei überfliegenden Grossmöwen und einem Kolkraben. Während vom Wald her der Gesang von diversen Meisen, Wald- und Gartenbaumläufern sowie jener des Sommergoldhähnchens erklang, tönten bunte Imitationen der Stare aus den Baumkronen und etwas tiefer gelegen gab die Goldammer ihr Revier bekannt.
Bereits auf dem Rückweg, konnten wir durch die Bäume am Torfsee plötzlich einen tief kreisenden Greifvogel entdecken. Einige Sekunden Beobachtung zeigten bald, es war eine in ihrem typisch, gaukelnden Suchflug jagende Rohrweihe. Auch wenn es sich dem Kleid nach zu urteilen, nicht um dasselbe Individuum handelte wie am Vortag, war die Freude über diese Sichtung gross.
Es folgte eine kleine Verschiebung in ein nahegelegenes Gebiet, in welchem wir unseren Fokus auf die heutige Zielart - die Waldohreule - setzten. Nach der Entdeckung von drei Rehen und einem Fuchs folgte ein kurzer Spaziergang bis ans Waldende und schon bald konnten wir den Gesang einer männlichen Waldohreule hören. Die zwischenzeitlichen Ruhephasen nutzten wir zum Nachrücken oder Verschieben unserer Position. Als wir zum Schluss am Waldrand mit Sicht auf die Felder standen, konnten zuerst weit entfernt und wirklich leise die Flügelschläge des Männchens im Balzflug festgestellt werden. Das Ganze wurde gekrönt durch einen ca. 20 m vor uns stattfindenden Vorbeiflug einer Waldohreule. Auch wenn damit wohl die Jagd für sie begann und wir deshalb keinen Paargesang mehr feststellen konnten, wurden wir bei quasi vollendeter Dunkelheit noch mit den Rufen eines fliegenden Waldwasserläufers überrascht.
Um ca. 21:15 Uhr kehrten wir auf den Parkplatz zurück und beendeten dort unsere Exkursion.
Amsel
Waldohreule
Total 37 Arten